Interviews

Photograph of Aditi Gupta talking and gesticulating. She sits on a grey couch in front of a white wall, wearing a black shirt.

Aditi Gupta

Menschenrechte und fundamentale Freiheiten sind die von Aditi diskutierten Hauptthemen während unseres Interviews. Sie erklärt, was Menschenrechte sind, wie sie funktionieren und geht darauf ein, was passieren kann, wenn sich Regierungen dazu entscheiden sie zu beschneiden. Dabei geht sie auch detailliert auf den unternehmerischen Aspekt der Massenüberwachung in Bezug auf Privatsphäreverletzungen ein. Außerdem sprechen wir über die Rolle, welche Kriegsführung mit Drohnen im so-genannten Krieg gegen den Terror in Bezug auf das übergeordnete Thema des Films spielen.

Aditi arbeitet für Global Partners Digital (GPD) und ist spezialisiert auf die Verbindung zwischen Menschenrechten und Sicherheit. 2016 entwickelte sie eine Trainingreihe zum Thema Cybersecurity und Menschenrechte. Im selben Jahr leitete Aditi einen Workshop zu den Auswirkungen von Drohneneinsätzen auf Menschenrechte auf der re.publica Konferenz in Berlin. Vor ihrer Anstellung bei GPD arbeitete sie zu Terrorismusbekämpfung und den Auswirkungen von Anti-Terrorimus Sicherheitspolitiken. Darüberhinaus arbeitete sie auch zu der Verbindung zwischen race, Bildung und Absicherung.

Aral Balkan

Mit Aral spreche ich über den Einfluss global agierender Unternehmen wie Google. Deren Geschäftsmodell basiert auf der weitreichenden Sammulung und Analyse der privaten Daten ihrer Nutzer_innen. Sie schauen sich an, in welcher Weise ihre Angebote genutzt werden, was wann und wie getan wird. Er spricht auch darüber inwiefern die persönliche Ansicht „Ich habe nichts zu verbergen und deshalb nichts zu befürchten“ unsere Menschenrechte und damit, langfristig, unsere Demokratie schädigt.

Aral ist der Gründer und Designer hinter ind.ie. Diese kleine Unternehmen kreiert unabhängige Technologien für die alltägliche Nutzung. Seine Herangehensweise baut auf den Prinzipen ethischen Designs auf. Hierbei stehen fundamentale Freiheiten und der Schutz demokratischer Werte im Vordergrund.

Aral sitting in front of a yellow wall with picture frames, wearing a black T-Shirt.
Constanze Kurz sitting on an old black leather couch in front of a bare stone wall wearing a black shirt.

Dr. Constanze Kurz

Ein großer Teil der Privatsphäre beeinträchtigenden Gesetze und Regelungen basieren auf der Annahme, dass sich Freiheit und Sicherheit gegenseitig ausschließen. Constanze diskutiert dies in meinem Film ausführlich. Im Laufe unseres Interviews geht sie auch auf die Rolle von Privilegien ein, die bei der Benutzung beispielsweise Verschlüsselungstechnologien bedeutungsvoll sind. Denn diese haben einige Gruppen qua Geburt und Stauts, währen andere Persone diese nicht haben. Ausgehend von diesen Ungleicheiten arbeiten einige Organisationen an Technologien um diese zu überkommen.

Constanze studierte Ökonomie und Computerwissenschaften und machte ihren Doktor an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie arbeitet als Redakteurin bei Netzpolitik.org. Für den Chaos Computer Club ist sie die ehrenamtliche Sprecherin und wird in dieser Funktion regelmäßig interviewt. In Kooperation mit anderen Personen aus dem Feld der Datensicherheit veröffentlichte sie mehrere Büchern. Darüberhinaus war sie aktiv im Untersuchungausschuss „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestags und beriet das Bundesverfassungsgericht als technische Expertin.

Hossein Derakhshan

Hossein spricht darüber, wie sich das Internet in den letzten 20 Jahren verändert hat. In seinen frühen Zeiten war es ein Ort für Blogger, die sich mit einander vernetzten und eine Vielzahl von Themen diskutierten. Damals wurde das Internet stark von freier Kommunikation und Partizipation geformt. Seit dem Aufkommen von sozialen Netzwerken veränderten sich diese Dynamiken. Dieses beeinflusst unser Verhalten im Netz so stark, dass unsere freie Meinungsäußerung beschränkt wird.

Viele Journalisten bezeichnen Hossein als den „Vater der persischen Bloggings“. Er wurde in den frühen 2000ern bekannt, als er mithalf die iranische Bloggin-Revolution voranzutreiben. Seit dieser Zeit spricht er sich stark gegen Zensur und für den Zugang zu freier Information und Partizipation aus. Im Jahr 2008 wurde er zu 19 Jahren im iranischen Gefängnis verurteilt. Er wurde 2014 begnadigt und arbeitet seit seiner Entlassung als Medienanalytiker, Journalist und Autor.

Hossein Derakshan sitting on a balcony in front of an orange wall. He is wearing a light blue shirt and a grey jacket.
Picture of a woman smiling, wearing a brown sweater and sitting in front of a white wall.

Jillian C. York

Artikel, die über Privatsphäre berichten, sprechen häufig von Meta-Daten. Was darunter vorstellbar ist, kann schwierig zu verstehen sein. In unserem Interview führt Jillian uns Schritt für Schritt durch die Thematik und erklärt nicht nur was Meta-Daten sind, sondern auch wie sie verwendet werden. Sie zeigt auf, dass das Sammeln dieser Arten Daten für Regierungen ausreichend ist, um ein Profil von jemandem zu erstellen. Ein anderes Thema unserer Unterhaltung war, wie wichtig es für uns ist zu verstehen, dass eine „Ich habe doch nichts zu verbergen!“-Haltung für die Menschen um uns herum gefährden kann.

Jillian ist die Direktor für Internationale freie Meinungsäußerung der Electronic Frontier Foundation (EFF). Diese in den USA ansässige Organisation plädiert für digitale Rechte und Freiheiten. Jillian arbeitet vor allem zu Zensur und der Einschränkung des Rechts auf freie Meinungsäußerung, unter anderem in arabischsprachigen Ländern. Aufgrund dieses Fokus schreibt sie für diverse Plattformen und hält regelmäßig Vorträge auf netzpolitischen Konferenzen.

Matthew Stender

Unser Interview drehte sich um die Frage wie multinationale Konzerne das Erwachsen neo-neo-konolialistischer Tendenzen verstärken. Dieses Konzept erklärt Matthew im Film. In einer globalisierten Welt halten wenige große, meist US-amerikanische Unternehmen, die technologische Macht über kleinere Unternehmen aus ärmeren Ländern. Ökonomisch haben sie eine de-facto Monopolstellung, welche sie in eine historische Position und damit Verantwortung stellt. Er spricht außerdem über den Einfluss von sozialen Medien auf unsere Art miteinander zu kommunizieren. Er geht davon aus, dass deren Tätigkeiten unsere Moralvorstellungen verändern.

Matthew arbeitet als Projektstratege, kreativer Direktor und digitalrechts Aktivist. Er beschäftig sich mit Themen wie nachhaltige Entwicklung, Datenjournalismus, kreative Kommunikation und Technologie Kultur. In Zusammenarbeit mit Jillian York gründete er die Plattform onlineCensorship.org. Diese sammelt Berichte von Menschen, die online Zensur von Plattformen und Internetanbiertern erfahren haben.

Photograph of Matthew Stender, sitting outside, in the background one can see a skyline of Hamburg under a grey winter sky. He wears a black coat.
Close up of a smiling woman, standing in a busy hall.

Maryant Fernández Pérez​

In den letzten Jahren arbeitete die Europäische Union an neuen Anti-Terrorismus Plänen. Diese, so erklärt Maryant in unserem Gespräch, zielen darauf ab, terroristische Angriffe abzuwehren. Zumeist arbeiten solche Maßnahmen mit Plänen für mehr Überwachung und weniger Privatsphäre für die Menschen, die in der EU leben. Solche Pläne betreffen alle Personen, die zu einer, von der EU, als gefährlich eingestuften Personengruppe gehören. Maryant beschreibt auch, inwiefern die Leben dieser Personen von solchen Politiken beeinträchtigt werden können. Inwieweit dies unsere Demokratien beeinflusst, ist ein weiterer Aspekt unseres Interviews.

Maryant arbeitet für die in Brüssel ansässige Organisation EDRi – European Digital Rights. Diese ist eine Dachorganisation von mehr als 30 digitalrechts-Organisationen aus ganz Europa. Ihr Ziel ist es digitale Rechte zu verteidigen und deren Verbindung zu Menschenrechten in den EU internen Diskurs einzubringen. Als Anwältin arbeitet Maryant in der Rolle einer Advocacy-Managerin für EDRi. Neben Anti-Terrorismus Politiken spezialisierte sie sich auf Handelsvereinbarungen, wie das Abkommen über den Handel mit Dienstleistungen (TiSA) und das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP).

Mishi Choudhary​

Unser Gespräch drehte sich hauptsächlich um die Facebook Initiative Free Basics. Dieses angeblich altruistische Angebot sollte armen Menschen den Zugriff auf ein „Fenster zum Internet“, wie es Facebook selbst nannte, ermöglichen. Warum dieses Angebot problematisch ist und der Oberste Gerichtshof in Indien es als gesetzeswidrig einstufte, erklärt Mishi. Darüberhinaus spricht sie über globale, imperialistische Machtstrukturen. Diese beeinflussen die Art und Weise in der der Zugang zum Internet und die Partizipationsmöglichkeiten verteilt werden.

Mishi ist Technologie-Anwältin und hält Lizenzen für Indien und New York, USA. In ihrer Arbeit sammelte sie seit mehr als einer Dekade Erfahrungen in den Feldern Privatsphäre, Überwachung, freie Meinungsäußerung und in verwandten Feldern. Sie ist die geschäftsführende Gründungsdirektoring der Anwaltskanzlei SFLC.in in Indien. Außerdem ist sie als ehrenamtliche Geschäftsführerin des Software Freedom Law Center in New York tätig.

Mishi Choudhary sitting on a blue garden chair in front of a brick wall, wearing a blue dress and a black coat.
Picture of Nadia-El Imam, smiling, wearing a blue sweater, sitting in front of a white wall.

Nadia El-Imam

Nadias Interview drehte sich im Kern um die Frage, in welcher Weise Unternehmen Kontrolle ausüben. Sie spricht über den Einfluss solcher Kontrolle auf Gesellschaften, aber auch darüber, wie Einzelpersonen von ihr betroffen sind. Ihrer Ansicht nach, wird Kontrolle stark von gesellschaftlichen Narrativen beeinfluss. Diese werden uns bereits in jungen Jahren beigebracht und danach, beinahe unüberlegt, von Individuen und Gesellschaften nachgeahmt. Solche Dynamiken formen unsere Reaktionen gegenüber großen Unternehmen und deren Politiken.

Edgeryders, eine Gemeinschaft und ein Unternehmen, wurde von Nadia mitbegründet. Es kann am besten mit ihren eigenen Worten beschrieben werden: „Ein Unternehmen welches in Symbiose mit einer online-Gemeinschaft lebt, die aus mehr als 3000 Hackern, Aktivisten, radikal denkenden und machenden und einfach normalen Menschen, die einen Unterschied machen wollen, besteht. Das Unternehmen dient einerseitsa der Gemeinschaft und nutzt ihre kollektive Intelligenz um seine eigenen Aktivitäten zu befeuern.“ Nadia arbeitet als Ingenieurin und Designerin.

Prof. Yasmin Jiwani

Prof. Jiwani ist eine feministische Akademikerin und Aktivistin. Ihre Forschung befasst sich mit der Intersektionalität von race und gender in Mediennarrativen über Gewalt gegen Frauen und der Repräsentation von racialized Personen. Gegenwärtig arbeitet sie als Professorin am Institut für Kommunikationsstudien der Concordia Universität in Montreal, Quebec. Sie ist die Autorin von „Discourses of Denial: Mediations of Race, Gender and Violence.“

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Picture of the filmmaker Theresia Reinhold

© 2018 Theresia Reinhold

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